- Was leistet Thermografie bei der Sanierungsplanung?
- Warum eine Befliegung bei Dach und Fassade sinnvoll ist
- Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäude: Was unterscheidet die Befunde?
- Wie entstehen vergleichbare Wärmebilder?
- Wie werden Befunde mit Verbrauchsdaten zusammengeführt?
- Wie fließt der bauliche Zustand ein?
- Was bekommen Sie geliefert?
- Wo hört die Aussagekraft auf?
- Entscheidungshilfe: Wann lohnt sich die Befliegung?
- Wo sind wir im Einsatz?
- Häufig gestellte Fragen zur Thermografie kommunaler Gebäude
Ein Liegenschaftsamt verwaltet zwölf Schulen, vier Sporthallen und drei Verwaltungsgebäude. Das Sanierungsbudget reicht für zwei Objekte im nächsten Haushaltsjahr. Die Verbrauchsdaten zeigen, welche Gebäude viel Energie brauchen. Sie zeigen aber nicht, wo die Wärme verloren geht.
An dieser Stelle setzt die Thermografie an. Ein Wärmebild von Dach und Fassade macht sichtbar, ob der Verlust flächig auftritt oder an einzelnen Stellen, etwa an Anschlüssen, Attiken oder Lichtbändern. Das verändert die Reihenfolge, in der saniert wird.
Dieser Beitrag beschreibt, wie sich Thermografie-Befunde mehrerer Gebäude vergleichen lassen, wie sie mit Verbrauchsdaten und baulichem Zustand zusammenkommen und wo die Methode endet.
Was leistet Thermografie bei der Sanierungsplanung?
Sie liefert eine Befundlage, keine Planung. Die Wärmebilder zeigen Oberflächentemperaturen. Daraus lassen sich auffällige Bereiche ableiten: fehlende oder durchfeuchtete Dämmung, Wärmebrücken, undichte Fensteranschlüsse, Schwachstellen am Flachdach. Welche Maßnahme daraus folgt, entscheiden Energieberatung und Fachplanung.
Für Kämmerei und Klimaschutzmanagement ist der Nutzen eine dokumentierte Grundlage. Statt einer Einschätzung nach Baujahr liegt für jedes Gebäude ein Befund vor, der sich neben die anderen legen lässt.
Warum eine Befliegung bei Dach und Fassade sinnvoll ist
Wir arbeiten mit der DJI Matrice 4T, deren Wärmebildkamera 640×512 Pixel auflöst. Die Drohne erreicht Dachflächen und Obergeschosse ohne Gerüst oder Hubsteiger. Eine Sporthalle mit großem Flachdach lässt sich so in kurzer Zeit erfassen, und Schulgelände mit mehreren Baukörpern müssen nicht abschnittsweise eingerüstet oder gesperrt werden.
Der Flugbetrieb stört den Schulalltag wenig. Ob wir an einem Standort fliegen dürfen und ob Personen überflogen werden, prüfen wir vorab und dokumentieren die Einstufung. Bei Schulen bedeutet das meist: Befliegung außerhalb der Unterrichtszeit oder in den Ferien.
Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäude: Was unterscheidet die Befunde?
Die drei Gebäudetypen zeigen unterschiedliche Muster, und deshalb lohnt der Vergleich nur mit gleichen Aufnahmebedingungen.
| Kriterium | Schule / Sporthalle | Verwaltungsgebäude |
|---|---|---|
| Dachform | Oft Flachdach, große Fläche | Flach- oder Steildach, gemischt |
| Auffälligkeiten | Lichtbänder, Attiken, Hallenanschlüsse | Fensterachsen, Fassadenanschlüsse |
| Nutzungszeit | Ferien, Abend, Wochenende | Regelbetrieb möglich |
| Beheizung | Teils unterbrochen (Hallen) | Gleichmäßig |
Sporthallen sind ein Sonderfall. Wird eine Halle nur zeitweise geheizt, fehlt oft die nötige Temperaturdifferenz, dann sind die Wärmebilder nur eingeschränkt aussagekräftig.
Wie entstehen vergleichbare Wärmebilder?
Das Messfenster ist die Heizperiode. Wir brauchen mindestens 15 K Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Alle Gebäude einer Liegenschaftsgruppe werden möglichst unter ähnlichen Bedingungen beflogen: ähnliche Außentemperatur, trockene Fassade, keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Flächen. Sonst vergleicht man Wetter statt Gebäude.
Jedes Bild trägt einen Zeitstempel und Georeferenz. Die Rohdaten bleiben unverändert, der Auswertungsweg ist im Bericht beschrieben.
Wie werden Befunde mit Verbrauchsdaten zusammengeführt?
Die Wärmebilder sind eine Momentaufnahme, die Verbrauchsdaten zeigen das Jahr. Erst beides zusammen ergibt ein Bild. Ein Gebäude mit hohem Verbrauch und wenigen Auffälligkeiten am Dach spricht eher für ein Problem bei Anlagentechnik oder Nutzung. Ein Gebäude mit mittlerem Verbrauch und ausgeprägten Wärmebrücken am Anschluss zeigt, wo sich bei der Hülle etwas verbessern lässt.
Dafür brauchen wir von Ihnen Gebäudefläche und Baujahr, die Verbrauchswerte der letzten Jahre kommen aus Ihrem Energiemanagement. Die Zusammenführung erfolgt in einer Übersicht je Objekt, die Bewertung der Verbrauchswerte bleibt bei Ihnen oder bei der Energieberatung.
Wie fließt der bauliche Zustand ein?
Thermografie sagt wenig über Bauschäden außerhalb der Wärmeabstrahlung. Rissbilder, Putzabplatzungen oder Korrosion halten wir ergänzend im RGB-Bild fest, und aus der Befliegung entsteht zusätzlich ein Orthofoto oder ein Modell des Gebäudes. Das hilft, wenn ein Dach thermisch auffällig ist und zugleich sichtbar am Ende der Lebensdauer steht. Dann spricht beides für eine frühe Maßnahme.
Was bekommen Sie geliefert?
- Wärmebilder – georeferenziert, mit Zeitstempel, je Gebäude gegliedert
- RGB-Aufnahmen – gleiche Perspektiven, zur Zuordnung der Auffälligkeiten
- Bericht (PDF) – Befunde je Objekt mit Lage und Beschreibung
- Übersicht – die Gebäude nebeneinander, als Grundlage für Ihre Rangfolge
- Bestandspläne (DWG/DXF) – auf Wunsch, wenn für die Fachplanung Dach- oder Fassadenflächen benötigt werden
Die Lieferzeit beträgt in der Regel 3 bis 5 Werktage nach dem Flug, der Termin steht im Angebot. Personen und Kennzeichen machen wir vor der Übergabe unkenntlich, die Rohdaten gehen nicht an Dritte, die Daten liegen auf Servern in Deutschland.
Wo hört die Aussagekraft auf?
Bei Schnee oder nassen Flächen bringt die Thermografie nichts, das holen wir dann nach. Hinterlüftete Fassaden, verglaste Flächen und stark reflektierende Metallverkleidungen verfälschen die Messung. Innenliegende Mängel, etwa Feuchte im Bodenaufbau, sehen wir von außen nicht. Dafür ist eine Innenthermografie oder eine Bauteilöffnung durch die Fachplanung nötig.
Ein Energieausweis oder ein Sanierungsfahrplan wird aus dem Befund nicht. Das bleibt Aufgabe der Energieberatung.
Entscheidungshilfe: Wann lohnt sich die Befliegung?
- Wenn mehrere Gebäude um dasselbe Budget konkurrieren, dann lohnt ein einheitlicher Befund aller Objekte in einem Zeitfenster.
- Wenn Flachdächer oder hohe Fassaden ohne Gerüst bewertet werden sollen, dann ist die Drohne wirtschaftlicher als ein Zugang vom Boden.
- Wenn nur ein einzelnes kleines Gebäude mit ebenerdig erreichbarer Fassade betroffen ist, dann reicht oft eine Handkamera.
- Wenn die Frage Innenräume oder Anlagentechnik betrifft, dann ist die Drohne das falsche Werkzeug.
Wo sind wir im Einsatz?
Sitz im Landkreis Kassel, Einsätze bundesweit. Anreise und Rüstzeit stehen im Angebot. Details zu unserem Vorgehen finden Sie unter Gebäudethermografie, für die Dachseite unter Dokumentation und Reporting. Kommunale Fragestellungen sind auf dieser Seite für Städte und Gemeinden gebündelt.
Häufig gestellte Fragen zur Thermografie kommunaler Gebäude
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Befliegung?
In der Heizperiode, wenn zwischen innen und außen mindestens 15 K Temperaturdifferenz liegen. Trockene Witterung und keine direkte Sonne auf den Flächen verbessern die Aussagekraft. Bei Schneelage verschieben wir.
Kann die Befliegung während des Schulbetriebs stattfinden?
Das hängt vom Standort und vom Überflug unbeteiligter Personen ab. Wir prüfen das vorab, holen erforderliche Zustimmungen ein und dokumentieren die Einstufung. Meist legen wir die Flüge in die Ferien oder auf Randzeiten.
Welche Unterlagen brauchen wir vom Auftraggeber?
Eine Liste der Gebäude mit Adresse, Baujahr und Fläche genügt für das Angebot. Verbrauchsdaten benötigen wir nur, wenn Sie die Zusammenführung in einer Übersicht wünschen.
Was ersetzt die Thermografie nicht?
Sie ersetzt keine Energieberatung, keinen Energieausweis und keine Bauzustandsprüfung vor Ort. Sie liefert die Befundlage, auf der diese Fachleute aufbauen.
Anfragen zu Ihren Liegenschaften nehmen wir über die Kontaktseite entgegen.