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Vermessung mit Drohnen

Was zeigt der Starkregen in Spanien über Geländedaten?

Was zeigt der Starkregen in Spanien über Geländedaten?

Seit gestern laufen die Bilder aus Valencia und Alicante in den Nachrichten. Straßen, die zu Flüssen werden, Menschen auf Dächern, Autos quer in Unterführungen. Stand heute, 20. Oktober 2026, melden die Behörden mehr als 450 Gerettete und nach bisherigen Berichten mindestens vier Tote. Ich schreibe darüber nicht, um Bilder zu kommentieren. Mich beschäftigt, was ein Bauamt oder ein Tiefbauamt hierzulande aus so einem Ereignis für die eigene Datengrundlage ableiten kann.

Was ist in Spanien gerade passiert?

Sturmtief „Adam“ hat an der Mittelmeerküste extreme Niederschläge gebracht. Betroffen sind vor allem die Provinzen Valencia und Alicante, dazu Murcia, Almería und die Balearen. Die Regionalregierung in Valencia rief die zweithöchste Notfallstufe aus. Für zeitweise 145 Gemeinden mit zusammen mehr als 800.000 Einwohnern galt eine mehrstündige Ausgangssperre.

Zu den Regenmengen: Der spanische Wetterdienst AEMET meldete für Pego in der Provinz Alicante mehr als 620 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Andere Stationen in der Region lagen nach Medienberichten bei rund 700 bis 720 Litern. Das ist an einzelnen Orten etwa das, was sonst in einem ganzen Jahr fällt. Die Messwerte sind noch vorläufig und werden sich verschieben. Ich verwende sie hier nur als Größenordnung.

Die Lage entspannt sich nach den vorliegenden Meldungen, die Warnungen in Valencia sind aufgehoben. Die Schadensbilanz steht noch aus.

Warum reichen grob gerasterte Höhendaten für Starkregen oft nicht?

Bei Starkregen entscheidet nicht die Hangneigung im Großen, sondern das Kleine. Ein Bordstein, der Wasser in die Seitenstraße lenkt. Eine Mauer, die einen Fließweg sperrt. Ein Graben, der im Frühjahr noch da war. Eine neue Zufahrt, die eine Senke füllt oder eine neue schafft.

Landesweite Höhenmodelle sind grob gerastert und nicht jünger als ihre letzte Erhebung. Solche Details fehlen dort häufig. Für eine erste Übersicht ist das brauchbar, für die Frage „Wohin läuft das Wasser an der Schulstraße?“ oft nicht.

Ein eigenes digitales Geländemodell (DGM, die Höhen des Bodens ohne Bebauung und Bewuchs) aus einer aktuellen Befliegung liegt deutlich feiner auf. Wir erfassen Bordsteine, Mauern, Gräben und neue Zufahrten mit und liefern das Ergebnis als DGM und TIN, dazu eine Fließweg- und Senkenauswertung. Raumbezug ist ETRS89/UTM32, Höhenbezug NHN. Die Lagegenauigkeit liegt mit RTK üblicherweise bei 1 bis 3 cm und lässt sich mit Passpunkten prüfen. Die Bodenauflösung beträgt im Standard 2 bis 3 cm je Pixel.

 

Höhenmodell als Grundlage für die Berechnung

Wer macht was: Datengrundlage und Berechnung

Diese Grenze schreibe ich in jede Mail, also auch hier. Wir liefern die Datengrundlage. Die hydraulische Berechnung, die Bewertung von Überflutungsrisiken und das Vorsorgekonzept bleiben beim Ingenieurbüro der Kommune. Ob und wie eine Gemeinde daraus Schlüsse zieht, beurteilt sie im Haus selbst besser, als ich es von außen könnte.

Aufteilung zwischen Geländedaten von AerIQ und den Aufgaben des Ingenieurbüros bei der Starkregenvorsorge
Aufgabe Datengrundlage (AerIQ) Ingenieurbüro der Kommune
Geländemodell DGM und TIN aus aktueller Befliegung Verwendung als Eingangsdaten
Fließwege und Senken Auswertung des Geländes Bewertung, hydraulische Berechnung
Bordsteine, Mauern, Gräben Erfassung im Modell Berücksichtigung im Modell
Gefahrenkarte, Vorsorgekonzept nicht Teil der Leistung Erstellung und Fachaussage
Übergabe GeoTIFF, LAS/LAZ, DWG/DXF, PDF Einbindung ins eigene GIS

Zur Vermessung noch ein Satz: Katastervermessung und amtliche Lagepläne bleiben bei Katasterbehörden und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren. Wir liefern Planungs-, Auskunfts- und Dokumentationsgrundlagen als Bestandspläne und Geländemodelle.

Wo hat die Aufnahme aus der Luft Grenzen?

Unter dichtem Bewuchs sieht die Kamera den Boden nicht. In Waldstücken, Gehölzstreifen und an Gewässerläufen mit Uferbäumen wird das Geländemodell dort ungenauer oder bleibt lückig. Die Befliegung legt man deshalb in die laubfreie Zeit, und an manchen Stellen ersetzt eine terrestrische Aufnahme die Luftaufnahme. Wetter begrenzt ebenfalls: Bei Regen und starkem Wind fliegen wir nicht.

Vor jedem Einsatz prüfen wir, ob der Flug in der offenen Kategorie möglich ist oder eine Betriebsgenehmigung der speziellen Kategorie braucht, holen erforderliche Genehmigungen und Zustimmungen ein und dokumentieren die Einstufung. Das liegt dann für die Akte vor. Mehr dazu steht auf der Seite zu Betriebsgenehmigung und SORA.

Wann lohnt sich ein eigenes Geländemodell?

Anlass kann ein Starkregenereignis im eigenen Gebiet sein, die Aufstellung eines Vorsorgekonzepts oder eine Gefahrenkarte. Auch wer ohnehin einen Bebauungsplan aufstellt, hat die Aufnahme schon: Aus denselben Rohdaten entstehen Bestandspläne, Höhenpläne und ein Geländemodell. Einmal beflogen, mehrfach verwendet, ohne zweite Erhebung.

Zum Umfang eines Ortsteils: Die Lieferung erfolgt in der Regel 3 bis 5 Werktage nach dem Flug, der Termin steht im Angebot. Das Angebot enthält alle Positionen nach Fläche, Auflösung und Lieferumfang. Die Leistung ist auf der Seite Starkregen-Geländedaten für Kommunen beschrieben. Das allgemeine Vermessungsangebot finden Sie unter Vermessung und Kartierung.

Fragen aus der Praxis

Was ist der Unterschied zwischen Landeshöhendaten und einem eigenen Geländemodell?

Landeshöhendaten sind grob gerastert und stammen aus einer früheren Erhebung. Ein eigenes Modell aus aktueller Befliegung enthält auch Bordsteine, Mauern, Gräben und neue Zufahrten und liegt deutlich feiner auf.

Kann AerIQ Fließwege und Überflutungsrisiken bewerten?

Nein. Wir liefern das DGM und die Fließweg- und Senkenauswertung als Datengrundlage. Die hydraulische Berechnung und die Bewertung bleiben beim Ingenieurbüro der Kommune.

Welche Dateiformate bekommt das Bauamt?

Das Geländemodell kommt als DGM und TIN, das Orthofoto als GeoTIFF oder JPG, Punktwolken als LAS/LAZ oder E57, Bestandspläne als DWG oder DXF und Berichte als PDF. Raumbezug ist ETRS89/UTM32, Höhenbezug NHN.

Wann ist die beste Jahreszeit für die Befliegung?

Die laubfreie Zeit, weil dann mehr Boden sichtbar ist. Bei dichtem Bewuchs bleibt eine Grenze, die wir vorher benennen.

Kontakt

Wenn in Ihrer Gemeinde eine Starkregen-Datengrundlage ansteht, schreiben Sie mir über die Kontaktseite. Ich sage Ihnen, was technisch geht und was es kostet.

AerIQ Aerial Intelligence
Über den Autor

AerIQ Aerial Intelligence e.K.

Inhabergeführtes Unternehmen für Drohnenvermessung und Inspektion mit Sitz im Landkreis Kassel, Einsätze bundesweit. Drohnenvermessung, Thermografie, PV-Inspektion, 3D-Bestandsaufnahme, Baudokumentation und Kulturerbe-Digitalisierung. EU-Fernpilotenzeugnis A2, DJI Matrice 4T und 4E (Klasse C2), Drohnenhaftpflicht 10 Mio. €.

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