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Rotorblattinspektion per Drohne: Wann ist sie sinnvoll?
Anlässe, was die Sichtinspektion zeigt und wie sie dem Sachverständigen zuarbeitet. Für Betreiber und Betriebsführer, bundesweit.
Die kurze Antwort
Eine Rotorblattinspektion per Drohne ist sinnvoll nach Sturm, Hagel oder Blitzschlag, vor Ablauf der Gewährleistung, bei Leistungsabfall ohne Ursache im Betriebsdaten-System, vor Verkauf oder Repowering und als Zuarbeit zur Wiederkehrenden Prüfung. Sie liefert die Sichtinspektion aller Blattflächen im Stillstand; die Bewertung bleibt beim Sachverständigen, die Reparatur beim Servicebetrieb.
1. Fünf Anlässe für eine Rotorblattinspektion
Nach Sturm, Hagel oder Blitzschlag
Einschlagspuren, Risse und Delamination sind vom Boden nicht zu sehen. Eine Aufnahme kurz nach dem Ereignis ordnet den Schaden zeitlich zu, was für Versicherer und Gewährleistung zählt.
Vor Ablauf der Gewährleistung
Blatt- und Beschichtungsschäden, die vor dem Ende der Herstellergewährleistung dokumentiert sind, lassen sich noch anzeigen. Die Sichtinspektion liefert Bild, Position und Datum.
Leistungsabfall ohne Ursache
Wenn Betriebsdaten und Wetter den Rückgang nicht erklären, sind Erosion an der Vorderkante oder Verschmutzung der Blätter Kandidaten. Beides zeigt das Bild.
Vor Verkauf oder Repowering
Käufer und Verkäufer brauchen denselben Zustand vor Augen. Ein Bericht mit Befundliste je Blatt ist die gemeinsame Grundlage für Preis und Restlaufzeit.
Zuarbeit zur Wiederkehrenden Prüfung
Der Sachverständige braucht Bilder aller Blattflächen nach seiner Vorgabe. Die Drohne liefert sie ohne Seilzugang, im Stillstand, in einem Termin je Anlage.
Nach Eisansatz
Eisabwurf und Unwucht belasten Blatt und Beschichtung. Eine Sichtinspektion nach der Eisperiode zeigt, ob Vorderkante und Blattspitze Schaden genommen haben.
2. Was die Sichtinspektion zeigt und was nicht
Das zeigt sie
- Erosion an der Vorderkante, Beschichtungsschäden, offene Fugen an Nasenleiste und Hinterkante.
- Risse und Delamination an der Oberfläche, Einschlagspuren, Verschmutzung.
- Blitzschutzrezeptoren im Bild: Einschlag- und Schmelzspuren, beschädigte Rezeptoren.
- Turm und Gondel von außen: Korrosion, Beschichtung, Ölspuren, Anbauteile.
- Wärmebild an Gondel, Turm und Kabeleinführung auf Wunsch: auffällig warme Stellen als Hinweis für den Servicebetrieb.
Das zeigt sie nicht
- Das Blattinnere: Stege, Gurte und Verklebungen sieht nur der Prüfer im Blatt.
- Elektrische Werte: Die Durchgangsmessung des Blitzschutzes und Messungen an Lager, Bremse oder Generator sind Sache des Servicebetriebs.
- Die Bewertung nach Prüfgrundsätzen: Sie liegt beim anerkannten Sachverständigen. Wir liefern die Bilder und die Befundliste.
Welche Auflösung ein Befund im Bild hat, hängt vom Abstand ab; den erreichten Wert je Blatt nennt der Bericht. Objekte und Genehmigungswege im Überblick: Drohneninspektion Industrie & Windkraft.
3. Wiederkehrende Prüfung, Blitzschutz, Sachverständiger
Die Wiederkehrende Prüfung von Windenergieanlagen ist eine baurechtliche Prüfung nach der Richtlinie des Deutschen Instituts für Bautechnik, durchgeführt von unabhängigen, anerkannten Sachverständigen; der Bundesverband WindEnergie führt dafür eine Prüferliste und Prüfgrundsätze. AerIQ ist kein solcher Sachverständiger und führt die Prüfung nicht durch. Was wir leisten, ist die Zuarbeit: die Sichtinspektion der Rotorblätter per Drohne nach Vorgabe des Prüfers, mit Bildern jeder Fläche, Position und Befundliste.
Beim Blitzschutz gilt dasselbe Prinzip: Per Drohne kontrollieren wir die Rezeptoren an den Blattspitzen im Bild. Die elektrische Prüfung des Blitzschutzsystems ist eine Messung am Blatt, die der Servicebetrieb übernimmt. Wer Ihnen eine „Blitzschutzprüfung per Drohne" anbietet, meint die Sichtkontrolle; wir nennen sie auch so.
Quellen: DIBt-Richtlinie für Windenergieanlagen; BWE-Grundsätze für die Wiederkehrende Prüfung (Fassung 04/2025).
4. Über 120 Meter: der Genehmigungsweg
In der offenen Kategorie darf eine Drohne bis 120 Meter über Grund fliegen; an einem Hindernis wie einem Turm sind 15 Meter darüber erlaubt, wenn der Betreiber des Hindernisses zustimmt. Moderne Anlagen reichen mit der Blattspitze deutlich höher. Für sie planen wir den Einsatz nach Betriebsgenehmigung im Einzelfall: Risikobewertung nach SORA 2.5, Antrag bei der Landesluftfahrtbehörde, Vorlauf von mehreren Monaten. Das steht so im Angebot, damit Betriebsführung und Prüfer den Termin danach planen können.
Quellen: Durchführungsverordnung (EU) 2019/947, UAS.OPEN.010 Nr. 3; wie das Verfahren läuft: Beratung Betriebsgenehmigung & SORA 2.5.
5. So läuft die Inspektion ab
1. Anfrage: Anlage, Höhe, Anlass
Sie nennen uns Anlagentyp, Nabenhöhe, Standort, Anzahl der Anlagen und den Anlass oder die Vorgabe des Prüfers. Daraus ergeben sich Genehmigungsweg und Umfang; Sie erhalten ein Angebot mit allen Positionen.
Was bei Ihnen liegt: Kontakt zu Betriebsführung und Servicebetrieb, Vorgaben des Sachverständigen, wenn vorhanden.
2. Genehmigung, Zutritt, Sicherheitseinweisung
Wir prüfen Gebiet und Höhe, holen Genehmigungen ein und stimmen Zutritt und Stillstand mit der Betriebsführung ab. Vor Ort folgen wir Ihrer Sicherheitseinweisung.
Was bei Ihnen liegt: Zutritt zum Park, Stillstand der Anlage zum Termin, Ansprechpartner vor Ort.
3. Aufnahme im Stillstand
Jedes Blatt in fester Position, alle Flächen aus definiertem Abstand, Turm und Gondel von außen; Wärmebild auf Wunsch. Je Anlage meist unter einer Stunde vor Ort, abhängig von Wind und Licht.
Was bei Ihnen liegt: Blätter in die vereinbarte Position stellen, Freigabe zum Wiederanlauf nach dem Flug.
4. Auswertung und Bericht
Befundliste mit Einstufung, Fotos je Fläche mit Position, Bericht in der Regel 3 bis 5 Werktage nach dem Flug; der Termin steht im Angebot. Auf Wunsch als Zuarbeit an den Sachverständigen in dessen Struktur.
Was bei Ihnen liegt: Bericht an Prüfer, Servicebetrieb oder Versicherer weitergeben.
Häufige Fragen von Betreibern zur Rotorblattinspektion
Ersetzt die Drohneninspektion die Wiederkehrende Prüfung nach BWE?
Nein. Die Wiederkehrende Prüfung ist eine baurechtliche Prüfung durch einen anerkannten Sachverständigen. Die Drohne liefert ihm die Sichtinspektion der Rotorblätter: Bilder aller Blattflächen nach seiner Vorgabe, mit Position und Befundliste. Der Sachverständige bewertet, wir dokumentieren.
Können Sie Anlagen über 120 Meter prüfen?
In der offenen Kategorie darf die Drohne bis 120 Meter über Grund fliegen, an einem Hindernis 15 Meter darüber. Moderne Anlagen sind höher. Solche Einsätze planen wir nach Betriebsgenehmigung im Einzelfall; das ist ein Verfahren mit Vorlauf, das im Angebot benannt wird.
Muss die Anlage für die Inspektion stillstehen?
Für die Rotorblätter ja: Die Blätter werden im Stillstand in einer festen Position aufgenommen, damit jede Fläche scharf und vollständig im Bild ist. Turm und Gondel von außen lassen sich auch bei drehendem Rotor mit Abstand aufnehmen. Den Stillstand stimmen wir mit Betriebsführung und Servicebetrieb ab.
Prüfen Sie den Blitzschutz?
Wir kontrollieren die Blitzschutzrezeptoren an den Blattspitzen im Bild: Einschlagspuren, Schmelzspuren, beschädigte Rezeptoren. Die elektrische Durchgangsmessung des Blitzschutzsystems ist eine Messung am Blatt und übernimmt der Servicebetrieb; sie ist per Drohne nicht möglich.
Welche Schäden zeigt die Sichtinspektion?
Erosion an der Vorderkante, Risse in der Beschichtung und im Laminat, Delamination, Einschlagspuren, offene Fugen an Nasenleiste und Hinterkante, Ölspuren an der Gondel, Korrosion und Beschichtungsschäden am Turm. Jeder Befund steht mit Position am Blatt und Einstufung in der Befundliste.
Wie schnell liegt der Bericht vor?
In der Regel 3 bis 5 Werktage nach dem Flug, der Termin steht im Angebot. Bei mehreren Anlagen in einem Park liefern wir je Anlage einen Bericht und eine Übersicht, die den Zustand vergleichbar macht.
Was bestimmt den Preis?
Anzahl der Anlagen, Höhe und Genehmigungsweg, Umfang (Rotorblätter, Turm, Gondel, Wärmebild) und Anreise. Sie erhalten ein Angebot mit allen Positionen. Vergleiche mit Industriekletterern oder Seilzugangstechnik stellen wir nicht an; welches Verfahren passt, hängt vom Befund ab, den es erst zu finden gilt.
So geht es weiter
Nennen Sie uns Anlagentyp, Nabenhöhe, Standort und den Anlass. Sie erhalten zeitnah eine Einschätzung mit Genehmigungsweg und ein Angebot mit allen Positionen. Sitz im Landkreis Kassel, Einsätze bundesweit.