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Vermessung mit Drohnen

Friedhofskataster digitalisieren: Ablauf mit Drohne

Friedhofskataster digitalisieren: Ablauf mit Drohne

Der Grablagenplan, den wir zuletzt auf einem nordhessischen Friedhof gesehen haben, war eine Lichtpause von 1986. Darauf drei Generationen Bleistiftkorrekturen, zwei aufgeklebte Erweiterungsfelder und ein Vermerk, dass Abteilung C neu numeriert wurde. Wer dort belegen soll, welche Grabstelle frei ist, geht raus und zählt. Das ist der Ausgangspunkt, um den es hier geht.

Was bei einem Friedhof überhaupt aufgenommen wird

Eine Befliegung liefert zwei Dinge: ein Orthofoto (ein maßstabsgetreues Luftbild, in dem man messen kann) und ein digitales Geländemodell. Aus dem Orthofoto zeichnen wir die Geometrien, die Ihre Verwaltung braucht. Grabfelder, Reihen, einzelne Grabstellen, Wege, Hecken, Mauern, Brunnen, Bäume, Treppen, Einfassungen. Jede Grabstelle wird eine Fläche mit einer Nummer.

Die Sachdaten bleiben, wo sie sind. Ruhefristen, Nutzungsberechtigte, Gebührenstand stehen in Ihrem Friedhofsprogramm und gehören dort auch hin. Wir liefern die Geometrie und das Schlüsselfeld, über das beides zusammenfindet.

 

Wie eine Befliegung auf dem Friedhof abläuft

Vorher klären wir mit der Friedhofsverwaltung die Nummerierungslogik. Das ist der Teil, der über Erfolg entscheidet, nicht der Flug. Wenn Abteilung C zweimal existiert, einmal in der Kartei und einmal im Gelände, muss das vor der Auswertung auf dem Tisch liegen.

Am Aufnahmetag setzen wir Passpunkte, messen sie mit GNSS ein und fliegen den Friedhof in Bahnen ab, meist in 25 bis 35 Meter Höhe. Bei dieser Höhe liegt die Bodenauflösung bei etwa 6 bis 9 Millimeter je Bildpunkt. Ein Friedhof von zwei Hektar ist damit in einem Vormittag aufgenommen, einschließlich Aufbau. Danach folgt die Rechenarbeit im Büro, und die dauert länger als der Flug.

Arbeitsschritte bei der Digitalisierung eines Friedhofs mit Zeitaufwand und Ergebnis
Schritt Wer Ergebnis
Abstimmung Nummerierung Friedhofsverwaltung, wir verbindliche Systematik
Passpunkte und Flug wir, ein Vormittag Bilder, Koordinatenbezug
Auswertung wir, Büro Orthofoto, Geländemodell
Digitalisierung Grabstellen wir Flächen mit Nummer
Abgleich mit Kartei Verwaltung, wir Klärung der Abweichungen
Übergabe wir Daten im GIS-Format

Wie genau ist das Ergebnis

Bei Passpunkten liegt die Lagegenauigkeit im Orthofoto bei 2 bis 3 Zentimetern, die Höhen etwas darüber. Für einen Grablagenplan ist das mehr als ausreichend, denn die Kante einer Grabeinfassung ist im Gelände selten schärfer definiert als der Messwert. Der Koordinatenbezug ist ETRS89/UTM32, die Höhen liegen auf NHN.

Die Grenzen des Verfahrens sind schnell benannt. Unter einer dichten Baumreihe sieht die Kamera den Boden nicht, dort messen wir vom Boden nach oder ergänzen mit terrestrischer Aufnahme. Alte Grabmale werfen Schatten und verdecken ihre eigene Einfassung, was bei Reihengräbern ohne Randstein zu Interpretation zwingt. Inschriften sind aus 30 Meter Höhe nicht lesbar, für ein Grabmalverzeichnis braucht es Aufnahmen vor Ort. Und die amtliche Grenze des Friedhofsgrundstücks bleibt Sache des Katasteramts oder eines öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs. Wir stellen die Belegung dar, nicht die Flurstücksgrenze.

Kommen die Daten in Ihr vorhandenes System

Wir übergeben Shapefile oder GeoPackage für die Geometrien, GeoTIFF für das Orthofoto, DXF für die Kolleginnen, die in CAD arbeiten. Wenn Ihr Haus ein WebGIS betreibt, liefern wir zusätzlich eine Kachelung, die sich als Hintergrund einbinden lässt. Attributstruktur und Feldnamen richten wir nach dem, was Ihr Friedhofsprogramm beim Import erwartet. Die Verknüpfung läuft in der Regel über die Grabnummer als eindeutigen Schlüssel, und genau deshalb ist die Abstimmung vorher so wichtig.

Was wir nicht machen: Software verkaufen. Wenn Ihr Haus noch kein GIS hat, funktionieren die Daten auch in einem freien Programm wie QGIS, und ein PDF-Plan im Format A0 für die Wand im Bauhof kommt ohnehin dazu.

Spart das Personal oder macht es Arbeit

Am Aufnahmetag brauchen wir niemanden aus dem Bauhof, außer für den Schlüssel. Der Friedhof bleibt offen, wir sperren nichts. Arbeit entsteht bei Ihnen an einer Stelle, und die lässt sich nicht wegdiskutieren: beim Abgleich der Kartei mit dem, was das Orthofoto zeigt. Diese Klärung ist der eigentliche Nutzen. Danach beantwortet die Verwaltung eine Anfrage nach einer freien Wahlgrabstätte am Bildschirm statt bei einem Ortstermin.

Die Aufnahme trägt außerdem mehr als das Kataster. Dasselbe Orthofoto zeigt den Zustand der Wege, die Baumstandorte für das Baumkataster und die Dachflächen von Trauerhalle und Gerätehaus. Wer die Gebühren neu kalkuliert, hat mit den Flächen aus dem Kataster erstmals gemessene Werte statt fortgeschriebener Schätzungen. Zu Fragen der Kalkulation selbst sagen wir nichts, das beurteilt Ihre Kämmerei besser.

Was die Aufnahme kostet

Der Preis richtet sich nach Fläche, Anzahl der Grabstellen und dem Umfang der Digitalisierung. Ein kleiner Ortsteilfriedhof mit 300 Grabstellen liegt deutlich unter einem Zentralfriedhof mit 4.000. Wir rechnen das vorab durch und nennen eine Summe, bevor jemand etwas beauftragt. Bei mehreren Friedhöfen einer Gemeinde sinkt der Anteil der Anfahrt und der Vorbereitung je Friedhof, weil die Systematik nur einmal abgestimmt wird.

Zum Umgang mit den Aufnahmen, weil die Frage regelmäßig kommt: Wir fliegen außerhalb der Hauptbesuchszeiten, Personen und Kennzeichen werden vor der Übergabe unkenntlich gemacht, Rohdaten gehen nicht an Dritte, die Daten liegen auf Servern in Deutschland. Der Flugbetrieb läuft nach den Regeln der EU-Drohnenverordnung, die Nachweise legen wir mit dem Angebot bei. Mehr zum Ablauf steht bei der Drohnenvermessung und in der Übersicht unserer Leistungen.

Wie lange dauert die Digitalisierung eines Friedhofs?

Der Flug dauert bei zwei Hektar einen Vormittag. Auswertung und Digitalisierung der Grabstellen brauchen je nach Anzahl zwei bis fünf Wochen, dazu kommt der Abgleich mit Ihrer Kartei.

Kann ich die Daten in meine Friedhofssoftware importieren?

In der Regel ja, sofern das Programm Geometrien aufnehmen kann. Wir liefern Shapefile oder GeoPackage mit der Grabnummer als Schlüsselfeld und richten die Attributnamen nach Ihrer Importvorgabe.

Welche Genauigkeit erreicht ein Grablagenplan aus der Befliegung?

2 bis 3 Zentimeter in der Lage, bezogen auf ETRS89/UTM32. Unter dichten Baumkronen und bei verdeckten Einfassungen wird es ungenauer, dort messen wir vom Boden nach.

Muss der Friedhof während der Aufnahme geschlossen werden?

Nein. Wir fliegen früh oder an ruhigen Wochentagen und unterbrechen bei Trauerfeiern. Eine Sperrung ist nicht nötig.

Was ist mit alten Grabsteinen und Inschriften?

Die sind aus der Luft nicht lesbar. Für historische Grabmale nehmen wir vor Ort auf, das gehört fachlich zur Objektaufnahme und nicht zum Kataster.

Wenn Sie wissen möchten, was die Aufnahme für Ihren Friedhof bedeutet, erreichen Sie mich über das Kontaktformular oder telefonisch.

AerIQ Aerial Intelligence
Über den Autor

AerIQ Aerial Intelligence e.K.

Zertifiziertes Drohnen-Vermessungs- und Inspektionsunternehmen aus Kassel & Nordhessen. Spezialisiert auf Vermessung, Thermografie, PV-Inspektion, BIM und Kulturerbe-Digitalisierung. EU-Drohnenführerscheine A1/A3 & A2, BVLOS-Genehmigungen, Haftpflicht bis 5 Mio €.

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